2013

Das Medium Sandkasten

Oft wissen die Hände ein Geheimnis zu enträtseln, 

an dem sich der Verstand vergebens mühte. [C.G. Jung]

Dieses Zitat begleitete uns gemeinsam mit dem Seminar 38.2 am 8.11.2013 einen ganzen Vormittag am Agilolfingerplatz 1. In einer sehr praktisch orientierten Fortbildung brachte Frau Gangkofer den Mittelschullehrern das Medium Sandkasten näher. In Form von Stationen war es den Lehramtsanwärtern möglich, verschiedene Varianten der Arbeit mit dem Sandkasten selbst auszuprobieren. Neben dem „Sandkastendiktat“ wurden beispielsweise eine „Insel der Gefühle“, eine Westernlandschaft oder ein Jack Sparrow Szenario gebaut.

                           

Die unzähligen Einsatzmöglichkeiten des Sandkastens im Unterricht wurden bereits während des gemeinsamen Brainstormings an den unterschiedlichen Stationen deutlich. Anhand ausgewählter Videoaufzeichnungen bekamen die Seminaristen einen weiteren Einblick in die praktische Arbeit mit dem Medium Sandkasten im Schulalltag. Den Lehramtsanwärtern wurde somit bewusst, dass der Einsatz des Sandkastens nicht nur in der Grundschule sinnvoll erscheint, sondern auch der Mittelschulbereich großes Potential für eine derartige Arbeit birgt. Um die komplette Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten in den unterschiedlichsten Fächern kennenzulernen, reichte der Vormittag nicht aus. Einigen Mittelschullehrern war es jedoch möglich, das Geheimnis der Sandkastenarbeit mit den eigenen Händen für sich zu enträtseln.


Museum Brandhorst

Am Dienstag, den 5. November 2013 besuchten wir gemeinsam mit dem Seminar 41.2 das Museum Brandhorst in München. Durch eine über MPZ (Museums pädagogisches Zentrums) organisierte Führung erhielten wir interessante Ideen, wie man einen Museumsbesuch mit Schüler gestalten kann.  
Das MPZ ist eine sowohl staatliche, als auch städtische Einrichtung und von daher teilweise für die Schülerinnen und Schüler der Mittelschulen in München kostenfrei. Die Pädagogen des MPZ orientieren ihre Führungen am Lehrplan. Ein umfangreiches Fortbildungsangebot ist unter http://fortbildung.schule.bayern.de/abrufbar. Direkt auf der Homepage des MPZ (www.mpz.bayern.de) sind allerdings Führungen mit Schulklassen zu buchen.
Schule und Museum – es geht um Kreativität, Entdeckerfreude, Spaß an Kunst und Lernen zum Anfassen. Ein Vormittag im Museum kann bei der richtigen Organisation zum Erlebnis werden.


Neues Schuljahr - neues Team
 

Trotz des großen Trennungsschmerzes von unseren Ehemaligen, freuten sich die Zweitjährigen, die neuen Kolleginnen und den neuen Kollegen im Team begrüßen zu dürfen. Nach den ersten Seminartagen wurde es Zeit, einander besser kennenzulernen- zur Wiesnzeit in München natürlich ein Leichtes. Also ging es, wie es sich für Münchner LAAs gehört, in entsprechender Tracht, mittags auf die Wiesn. In gemütlicher Runde konnten wir uns austauschen und einander besser kennenlernen.

 

                                             

 


 

Zeltlager in Kallmünz im Juli
Bei strahlendem Sonnenschein und bester Stimmung fuhren wir zu unserem letzten großen Event ins beschauliche Altmühltal, um dort sowohl geschichtlich als auch sportlich aktiv zu werden. Ein Zeltlager, wie es mit Schülern nicht besser umsetzbar wäre, wurde mit allen Sinnen in schönster Natur erlebt. Sowohl das Leben auf dem Dorf in Form einer Nachtwächterführung, als auch auf der Burg im Mittelalter konnte verinnerlicht werden. Abends wurden unter Gitarrenbegleitung am Lagerfeuer Lieder gesungen und Tänze einstudiert.

                                
Am nächsten Tag ging es dann gewohnt sportlich zur Sache. Bei der 12 Kilometer langen Kanufahrt zeigte jeder seine Fähigkeiten und ging bei heißen Temperaturen an seine Grenzen.

                                    

Ein letztes Mal in diesem Seminarjahr konnte so der tolle Teamgeist gelebt werden.


                              

 


Berlinfahrt mit Schwerpunkt politischer Bildung im Juni


Früh morgens um sechs lässt die quirlige Hektik der Berufs- und Urlaubsreisenden am Münchener Hauptbahnhof noch auf sich warten, doch sie breitet sich in einer gemächlichen, jedoch unaufhaltsamen Flut von Eile in der Eingangshalle aus.
Nein, es besteht kein Zweifel: Der Bahnhof München ist ein Ort, der in seiner Natur trotz urbaner Hässlichkeit einem unaufgeräumten, aber gemütlichen Wohnzimmer gleicht. Inmitten dieser atmosphärisch besonderen Mischung steht eine Traube leicht verschlafener Visionäre: Es ist das Seminar 40.2, das voll der freudigen Erwartung einer Reise in die Bundeshauptstadt Berlin entgegen sieht.
Wer eine siebenstündige Fahrt in einem Zug für eine Keimzelle von Langeweile und Trübsal hält, der ist sicher nicht mit der kollegialen und positiven Lebensart des Seminars vertraut. Kartenspiel und Würfellust sind nur zwei der segensreichen Dinge, welche dem 40.2 die angestrebte Kurzweile schenken. Für eine kleine Geburtstagsfeier mit heiteren Gesängen ist auch in der räumlichen Begrenztheit eines Zugs Platz… Als zeitverkürzend erweisen sich mitunter auch die anregenden Gespräche beruflicher und privater Natur. Und nur ein oder zwei Atemzüge später scheint das beinahe dörflich anmutende München in weiter Ferne zu liegen, während der flitzende Riesenwurm von IC weiter auf einer Wolke von Frohsinn in Richtung Berlin Hauptbahnhof rauscht. Ein winziger Augenblick noch, und das 40.2 betritt den fremden und doch vertrauten Boden der Hauptstadt.

 

Frisch und bis in die Haarspitzen motiviert in Berlin angekommen, geht es auch schon flott weiter. Nach einer kurzen Fahrt erreichen wir unser erstes Ziel,  die Gedenkstätte Höhenschönhausen, die sich auf dem Gelände der früheren zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit befindet. Die Haftanstalt dient seit 1994 als Gedenkstätte und erforscht die Geschichte der Haftanstalt Hohenschönhausen in den Jahren 1945 bis 1989. Da Gebäude und Einrichtung fast unversehrt erhalten geblieben sind, vermittelt die Gedenkstätte ein sehr authentisches Bild des Haftregimes in der DDR. Sie gilt als wichtigster Erinnerungsort für die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft in Deutschland. Durch unseren sympathischen und authentischen Führer Michael Bradler, einem ehemaligen Inhaftierten, erleben wir eine beeindruckende und sehr persönliche Schilderung  der Ereignisse, die an diesem Ort stattgefunden haben. Er erzeugt in der anderthalbstündigen Führung eine beeindruckende Stimmung und schafft es, eine Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart herzustellen – alle sind sehr beeindruckt und zugleich auch nachdenklich.

Am frühen Freitagmorgen eilt das Seminar 40.2 schnellen Schrittes einem weiteren kulturellen Höhepunkt entgegen – wir  treffen Albert Rupprecht, den Vorsitzenden der Arbeitsgruppe Bildung und Forschung der Unionsfraktion im Paul-Löbe-Haus. Dieses imposante Beispiel moderner Architektur ist  ein achtgeschossiger Neubau, der mit seinen jeweils fünf markanten Seitenkammern und den acht charakteristischen gläsernen Zylindern wie ein kraftvoller „Motor der Republik“ wirkt. Im Paul-Löbe Haus finden die Ausschüsse, die Öffentlichkeitsarbeit und die zentrale Besucherbetreuung statt. Wir verbringen dort einige Zeit, in der wir uns wie Abgeordnete fühlen und in der Herr Rupprecht mit einer sehr sympathischen und offenen Art unsere Fragen sachlich und kritisch beantwortet und schließlich auch den Spieß umdreht, indem er Fragen an uns stellt. Wie bei jedem wichtigen politischen Treffen folgt am Ende der Veranstaltung ein Fototermin. So natürlich auch bei uns.

 

Nach einer lauen Sommernacht geht es in der Berliner Morgenluft zum Reichstag. Als erstes erwartet uns dort eine Hausführung mit Schwerpunkt Parlamentsgeschichte. In dieser besonderen Besichtigung erfahren wir Details zur Geschichte des Bauwerks, zum Beispiel die Tatsache, dass sowohl der Beginn als auch das Ende der Weimarer Republik eng mit dem Schicksal des Reichstagsgebäudes verknüpft sind. Außerdem hören wir Details über die fragwürdige Sprengung der Kuppel  am Ende des Krieges und deren Wiederaufbau und allgemeines zur Entwicklung des Parlamentarismus. Am Ende der Führung besichtigen wir das Wahrzeichen - die Glaskuppel. Dem heißen Wetter angemessen geht es mit den Aufzügen auf die Dachterrasse, die wir dann mit Headsets bewaffnet erkunden, so dass wir nicht nur die schöne Aussicht genießen, sondern auch allerhand Wissenswertes erfahren während des Rundgangs in der Kuppel.

 

Der Tag ist noch jung und so sausen wir weiter nach Potsdam, die ehemalige Residenzstadt des Königreichs Preußen, die direkt vor den Toren Berlins liegt. Nicht zu Unrecht sagen viele, dass Potsdam eine der schönsten Städte Deutschlands ist mit seinen vielen Parkanlagen und Schlössern. Kein Wunder, dass sie seit  1990 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Dort angekommen – wie immer spielt das Wetter hervorragend mit – laufen wir in einer perfekten Reihe - allen voran natürlich Herr Bleicher - in das holländische Viertel. Dieses lässt einen mit seinen vielen kleinen roten Backsteinhäusern eintauchen in das Flair unseres westlichen Nachbarn. Angetan von der besonderen Stimmung verstreut sich das Seminar in unterschiedliche idyllische Cafés und Restaurants, um die Atmosphäre bei einer kleinen Stärkung noch besser auf sich wirken zu lassen. Dieses europaweit einzigartige Bauensemble wurde zwischen 1734 und 1742 für holländische Handwerker erbaut, die König Friedrich Wilhelm I. - der Soldatenkönig - nach Potsdam geholt hatte. Auch damals wurde der Fachkräftemangel also schon durch das Anwerben ausländischer Fachkräfte abgemildert. Bereits nach der Besichtigung des Hollandviertels fühlen wir uns in eine andere Welt versetzt, da geht es auch schon weiter zum Schloss.

 

Von zartem Wind und Sonne umspielt verbreiten die Bäume der Allee nach Sanssouci einen wohligen Duft. Hin und wieder zuckt die brennende Glut der Junisonne durch das Baumwerk und erinnert die ehemals von Kälte und Regen gebeutelten Münchener daran, dass sie sich im Spätfrühling befinden. Es tut verständlicherweise wohl, das von der Sonne gespendete Vitamin D durch die Adern fließen zu spüren, wenn man die traurige Wetterlage des vergangenen Mai bedenkt. Ja, es sind skurrile Zeiten, in denen sich der Bayer nordwärts orientieren muss, um dem unbarmherzigen Griff der Kälte zu entgehen. Doch etwas Skurrilität passt durchaus zu dem Ort, den das 40.2 in diesem Tage aufsucht.
Das Sommerschloss „Sanssouci“ des preußischen Königs Friedrich II. strahlt in würdevollem Glanze von seinem Weinberg herab. Fast so, als belächelte es die Hektik der ca. 40 Minuten entfernten Hauptstadt von seiner Aussichtsplattform aus. Wem die akkurat gehaltenen Anlagen vieler Schlösser wenig zusagen und wer sich eher in wilden, romantischen Gärten daheim fühlt, der wird sich in den Außenbereichen von Sanssouci wohlfühlen. Denn eines wird hier auch dem historisch weniger bewanderten Spaziergänger deutlich: Friedrich liebte die Vielfalt! Fichten, Kiefern, Eiben, verschiedenste Laubbäume und sogar kurz geschnittenen, mal buschig gelassenen Wiesen der prachtvollen Gartenanlage.
Durch das Innenleben des Schlosses führt ein sympathischer, fachkundiger Guide, der – wörtlich und im übertragenen Sinne - ganz dem Rokoko verfallen zu sein scheint.

Der letzte Tag ist angebrochen und in einigen Stunden geht es zurück in unser Hauptquartier München. Davor schleicht das 40.2 noch in Stille und Demut über das Denkmal der ermordeten Juden in Berlin Mitte.
Wer an die bleichen Gesichter des Anreisetages denkt, täte sich freilich schwer, das erbräunte Seminar 40.2 wiederzuerkennen. Denn die Berliner Sonne hat das Ihre getan und die halb erfrorenen Münchener in eine Horde Südländer verwandelt. Es soll eine längere Fahrt heimwärts werden. Denn die gnadenlosen Überschwemmungen, die seit Juni Teile Deutschlands in eine bizarre Seenlandschaft verwandelt haben, haben Abschnitte des Heimwegs teilweise unpassierbar werden lassen. Doch das fest zusammenstehende Seminar lässt sich von den zahlreichen Zugumleitungen und Zeitverzögerungen nicht seiner guten Laune berauben. Schafkopf sowie eine 40.2-spezifizierte Version von „Stadt, Land, Fluss“ sind genau das Richtige, um trotz solch widriger Umstände nicht den seminartypischen Optimismus zu verlieren.
Diese Gruppe schöpft ihre Kraft zum Glück aus ihrer Mitte und lässt sich nicht von kleineren oder größeren Stürmen aus dem Gleichgewicht bringen. Das wäre schließlich auch stumpfsinn. Mit Heiterkeit kämpft man sich durch die Spuren der Sintflut und vergisst dabei fast, dass man dieses erfreuliche Beisammensein einer Naturkatastrophe zu verdanken hat. Dies kann einen durchaus rot werden lassen.
Schneller als erwartet trudelt der regengepeitschte Zug wieder in seinem unaufgeräumten Wohnzimmer ein. Ein kurzes, aber inbrünstiges, Raunen geht durch 40.2. Denn obwohl die wetterbedingte Krise überstanden ist, bedeutet das Verstummen des Riesenwurms eines: Der große Ausflug ist vorbei.
Das Seminar ist nun um eine Vielzahl an Running Gags und um eine Menge bildungspolitischen Wissens reicher. Und auch das Verhältnis der Visionäre untereinander und das zu ihrem Mentor ist in dieser kurzen Zeit bestärkt worden. Denn es ist dem Wachsen von Gemeinschaft und Wertschätzung eben sehr zuträglich, wenn sich Menschen nicht nur planmäßig sehen, sondern sie eine Zeit lang zusammenleben.

 


Hochseilgarten im Juni

 

„Climbing is not a battle with the elements, nor against the law of gravity. It’s a battle against oneself!“

 

Diese Aussage von Walter Bonatti, der unter anderem 1965 alleine eine neue Führe durch die Matterhorn-Nordwand beging, stellte das Seminar „Expedition 40.2“, unter der Führung von Herrn Bleicher auf den Prüfstand!

Den ersten trockenen Nachmittag seit Wochen nahmen wir wahr, um zusammen mit dem Seminar von Herrn Höhne den Hochseilgarten am Schulzentrum Neuperlach zu erforschen. Spätestens beim Anlegen der Sicherheitsgurte wurde den Letzten bewusst, dass die kommenden Stunden jede Menge Überwindung, Mut,  Adrenalin, aber auch viel Spaß bedeuten würden.

Eine der drei Stationen war die erwartete Hochseilanlage, bei der es gilt, auf Seilen, Schlingen, Netzen, über Balken und Holztreppen ein Ziel zu erreichen, welches für jeden Seminaristen und Seminarrektoren ein anderes war: Balance und Gleichgewicht schulen, Vertrauen in sich und andere gewinnen, Risikobereitschaft zeigen, eigene Grenzen erkennen, Angst und Blockaden überwinden.

Der „Pamper Pole“, bei dem umstritten ist, ob der Name in Anlehnung an die bekannte Windelmarke entstand, war nichts für schwache Nerven: diese Aufgabe ist eine der anspruchvollsten im Hochseilgarten. Der Teilnehmer wurde von seinen Teamkollegen gesichert, und startete so das Erklimmen der neun Meter hohen Traverse. Hier begann der schwierigste Teil, nämlich sich auf einer pizzatellerkleinen Plattform aufzurichten. Die Beine zitterten und so kam auch der Mast deutlich ins Schwanken – was die Sache nicht einfacher machte. Spätestens an diesem Punkt verließ der Teilnehmer seine gewohnte „Komfortzone“, doch da war das Ziel noch nicht erreicht: es folgte eine Drehung um 180 Grad, um dann den erlösenden Schritt ins Leere zu wagen. Eine nachhaltige Erfahrung! Natürlich durfte man an jeder Stelle des Poles den Absprung bekanntgeben, so konnte jeder sein eigenen Weg und sein eigenes Ziel erfolgreich meistern.

Beim sogenannten „Jo-Jo“ durfte der Teilnehmer sich vorerst einmal zurücklehnen – und sich von seinen Teamkollegen an einer Hängevorrichtung etwa 10 Meter hoch ziehen lassen. Dort konnte er selbst durch Ziehen der Reißleine die Loslösung bestimmen, und wurde sogleich wie ein Pendel zwischen zwei Holzbalken hin- und hergeschaukelt. Die Schreie an dieser Station deckten sämtliche Buchstaben des ABC ab – sie kann also definitiv als lehrergeeignet verortet werden.

Insgesamt hatten wir alle einen ereignisreichen Nachmittag! Diese Art der Erfahrung sollten wir natürlich auch unseren Schülerinnen und Schülern an der Mittelschule nicht vorenthalten, und sind dankbar für den Input. Nach Anmeldung kann man hier kostenlos unter Anleitung von mindestens zwei erfahrenen Kletterern mit der Klasse einen berauschenden Vormittag erleben, der allen Beteiligten lange im Gedächtnis bleiben wird – so wie uns, der „40.2-Expedition“.


Betriebsbesichtigung bei Audi in Ingolstadt im Mai

Im Mai 2013 besuchte das Seminar 40.2 das Audi-Werk in Ingolstadt. Dieser Tagesausflug sollte einen Überblick über die Firma Audi schaffen und zusätzlich wichtige Informationen über Berufsbildungs-möglichkeiten für ‚unsere’ Schüler vermitteln.  Herzlichen Dank für die Organisation des Termins an dieser Stelle dem ortsansässigen Seminarrektor Herrn Pflock. Zu Beginn des Tages erhielten wir durch einen Vortrag Informationen zu Audi.

Das seit über 100Jahren bestehende Unternehmen beschäftigt am Standort Ingolstadt auf 2.737.500 Quadratmetern (das entspricht einer Fläche von 300 Fußballfeldern) 35.386 Mitarbeiter bei einer Produktion von 551.889 Fahrzeugen im Jahr 2012. Neben zahlreichen Standorten in Europa expandiert man auch immer mehr in Indien, China und Neuseeland.

Zahlreiche Ausbildungsplätze werden jedes Jahr von Audi angeboten, mit dem Bestreben die Nachkömmlinge für das eigene Unternehmen auszubilden. Neben dem Standort Ingolstadt werden auch weitere Ausbildungsberufe in Neckarsulm angeboten. Die Voraussetzungen bei Audi eine Ausbildungsstelle zu erhalten sind je nach Ausbildungsrichtung der qualifizierende Hauptschulabschluss, der mittlere Bildungsabschluss oder Abitur.

Audi bildet jährlich am Standort Ingolstadt für folgende Berufe aus:

- Fertigungsprozessberufe ( z.B. Fachkraft für Lagerlogistik, Fertigungsmechaniker)

- Fahrzeugberufe (z.B. Fahrzeuglackierer, Fahrzeugmechatroniker)

- Automatisierungsberufe ( Mechatroniker)

- IT- kaufmännische Berufe (z.B. Fachinformatiker, Fachmann für Bürokommunikation)

Für nähere Informationen lohnt sich ein Blick in folgende Broschüre ‚Schüler bei Audi’:

http://www.audi.de/content/dam/ngw/company/Career_2013_01/2001163_zielgruppenflyer.pdf

Zurück zu unserem Seminartag in Ingolstadt. Nach den vielen Informationen die wir zu Audi erhielten, wurden wir von drei jungen charmanten Azubis durch die Audi- Ausbildungsstätten geführt. Sehr anschaulich wurden uns einige Ausbildungsorte und Berufsbilder näher gebracht. Das Mittagessen in der Kantine rundete anschließend den informativen Vormittag ab. Am Nachmittag ging es dann weiter ganz hinter die Kulissen und wir erhielten eine fast reizüberflutende Werksführung; eine Überblicksführung durch die Produktion. Vom Presswerk zu beeindruckenden Hightech-Schweißroboter bis hin zur „Hochzeit“: die Endmontage von Antriebsplattform und Karosserie. Leider gab es keinen Seminaraudi für uns :-) Dafür sehr interessante Informationen und beeindruckende Bilder von einer unglaublichen Produktion. Im Rahmen der Berufsorientierung gibt es die Möglichkeit Audi zu besuchen. Hierfür werden 1,5stündige berufserkundende Exkursionen für Mittelschüler ab der 7. Klasse angeboten.

Das Seminar 40.2 bedankt sich für diesen tollen Tag!

 


Interessante Infos aus erster Hand im April 2013

 

Es war mal wieder an der Zeit für einen gemeinsamen Ausbildungstag mit den LAAs aus dem Seminar von Herrn Höhne. Der Grund: Gerd Nitschke – seines Zeichens Mitglied des Hauptpersonalrats und Vizepräsident des BLLV sowie Vorsitzender des Personalrats für Volksschulen im Landkreis Ebersberg – referierte über wichtige Themen für Junglehrer. So lauschten neben den Prüfungsabsolventen auch die „Erstis“ den Ausführungen des Experten mit großem Interesse.

 

Häufig hört man als Lehramtsstudent oder wir als Anwärter dieses und jenes über Anstellungschancen, Staatsnote, Verbeamtung und ähnliches. Gerd Nitschke wies gleich zu Beginn darauf hin, dass man nicht viel auf Prognosen geben solle. Die Staatsnote lasse sich nun mal nicht vorhersagen, zumal der Bedarf bzw. die zur Verfügung stehenden Stellen nicht immer gleich seien. Er setze sich allerdings dafür ein, dass die Staatsnote früher als zuletzt an die Absolventen gelange. Desweiteren stellte er die verschiedenen Möglichkeiten der „Anstellung“ bei Vater Staat nach der LAA-Zeit vor. Die Verbeamtung auf Probe und der sogenannte „Supervertrag“ mit der Zusage auf spätere Verbeamtung seien gute Angebote, so Nitschke. Bekommt man aufgrund der Endnote im Staatsexamen lediglich einen Vertrag im Angestelltenverhältnis – der dann evtl. auch erst ab November gilt – offeriert, sei es durchaus sinnvoll sich nach Alternativen umzusehen, zumal man trotzdem auf der Warteliste für die nächsten fünf Jahre verbleibe.

                  

Kurzweilig und für jeden relevant  waren auch Nitschkes Ausführungen bezüglich  des Mittelschul-lehrerbedarfs in München und Oberbayern. Derzeit stehen die Chancen für „Zuagroaste“ aus anderen Regierungsbezirken für eine Versetzung in die Heimat eher schlecht. Es sei vielmehr so, dass viele Junglehrer aus Franken, der Oberpfalz, Schwaben und auch Niederbayern nach Oberbayern und speziell auch München kommen. Der demographische Bevölkerungsschwund sei nun mal in Oberbayern am geringsten, zudem seien im Herbst 2012 erstmals wieder mehr Erstklässler eingeschult worden als in den Vorjahren, was auf einen möglichen Anstieg der Mittelschulkinder in ein paar Jahren schließen lasse. Anschaulich unterlegt wurden diese Ausführungen mit aktuellen Zahlen.  Auch auf die Stellensituation in einzelnen Landkreisen konnte kurz eingegangen werden.

 

Weitere lohnende Informationen gab Nitschke zu den Themen Mutterschutz, Beurlaubung und Nebentätigkeiten. So konnte er Unklarheiten bezüglich der Anrechnung auf die Probezeit bei der Inanspruchnahme von Elternzeit ausräumen und wies er auf Spitzfindigkeiten bei der Ausübung von Nebentätigkeiten hin.

Auf die abschließende Frage nach der Zukunft der Mittelschule wies Nitschke darauf hin, dass es schwierig sei, vor den Landtagswahlen im Herbst Prognosen abzugeben. 

 


 

Berufsorientierung: Ein Tag bei Lidl im März 2013

 

 

Lidl lohnt sich – soweit das Versprechen. Wir wollten es genau wissen und folgten der Einladung des Ausbildungsteams von Lidl. In der neuen Filiale Nymphenburger Straße sollten wir erfahren, aus welchem Holz unsere Schüler und Schülerinnen geschnitzt sein müssen, um sich bei Lidl ausbilden zu lassen.

Der Wind pfiff uns kräftig um die Ohren und so freuten wir uns umso mehr über den warmen Empfang der beiden Ausbildungsleiter Frau Paul und Herrn Dluhosch. Wer bislang dachte, das Unternehmen stehe einzig für Lebensmittelhandel, der entdeckte nun auch andere Seiten des vielleicht schon bald bis über den großen Teich agierenden Unternehmens.

 

Das Bewerbungsverfahren bei Lidl

Wie findet so ein Logistikriese seine künftigen Auszubildenden und wie kommen unsere Schüler und Schülerinnen zu Lidl? Zunächst sollten Interessenten sich mit den üblichen Unterlagen online bewerben: Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen, auch über die Praktika. Nun gibt es in der Personalabteilung viel zu tun. Denn alleine in der Regionalgesellschaft München, die im Süden bis Österreich reicht, gehen jährlich zirka 850 Bewerbungen ein. Nach dem Auswahlverfahren bleiben 24 frischgebackene Azubis übrig. Das klingt nach einem steinigen Weg zum Ziel und die Personaler wissen das. Aber das Unternehmen will sicher gehen, nur die Frauen und Männer zu beschäftigen, die sich eignen und zu Lidl passen.

Nach der Online-Bewerbung werden die Wunschkandidaten zu einem Online Assessment Center eingeladen. Wer sich darauf einlässt, brütet über zwei Arten von Fragen: den kognitiven (auf Mittelschul-Niveau) unter Zeitdruck und den motivationalen und Interessensfragen, für die sich die Kandidaten die Zeit selbst nehmen. Auf das Assessment Center folgt der Auswahltag. Gemeinsam mit anderen Bewerbern lösen die Kandidaten verschiedene Aufgaben und müssen sich zum Beispiel auch in einer Gruppendiskussion bewähren. Wer weiter kommt, auf den wartet das Bewerbungsgespräch und wer hier überzeugt, wird eingestellt.

Neue Verkäufer braucht das Land

Was macht unsere Schüler und Schülerinnen nun zu Wunschkandidaten? Pünktlich, höflich und verantwortungsbewusst sollen sie sein, Spaß am Umgang mit Lebensmitteln und am Arbeiten im Team haben und sich des Jobprofils bewusst sein. Zehn Europaletten müssen pro Tag in jeder Filiale verräumt werden. Das ist nichts für Liebhaber des Filigranen. Während der Ausbildung wird überall gearbeitet: im Lager, im Verkauf, an der Kasse oder in der Bäckerei. Trotz des wohlüberlegten Auswahlverfahrens liegt die Abbrecherquote der Verkäufer/innen bei zirka zehn Prozent, was Frau Paul und Herr Dluhosch bedauern.

Was wir für unseren Beruf mitgenommen haben

Wir haben uns in vielem ausprobiert. Ein Gang durch die Filiale und die Bäckerei, so wie angehende Azubis ihn erleben, das Kassieren an einer Lidlkasse, einen schriftlichen Test, ein Vorstellungsgespräch und die Diskussionsrunde.
Fazit: Lidl prüft zwar sehr genau, wen es aussuchen wird, doch vielversprechende Kandidaten werden auch mit roten Haaren und einem (bitte kleinen) Piercing eingestellt. Die Anforderungen scheinen unsere Schüler und Schülerinnen meistern zu können, allerdings muss der Wille dazu vorhanden sein. Wer den zeigt und ein freundliches Auftreten im Vorstellungsgespräch an den Tag legt, für den hält Lidl viele Chancen bereit.
Die Rollenspiele waren für uns in jedem Falle gewinnbringend, wir wissen jetzt besser, worauf es Lidl ankommt. Und diese Erkenntnisse lassen sich auf andere Bewerbungssituationen übertragen und auch in künftigen AWT-Stunden nutzen.

 


 

 

Spaß an Bewegung: Ein Wintersporttag

 

Anfang Januar 2013 fuhren wir gemeinsam mit dem Seminar von Frau Gankhofer an den Spitzingsee.

Ganz nach dem Motto des Pädagogen John Dewey (learning by doing) sollten die SeminarteilnehmerInnen erfahren, wie man bestmöglich einen Wintersporttag mit Schülerinnen und Schülern vorbereitet, durchführt und nachbereitet. Verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten, wie beispielsweise einen Schneeparcours, Schneeweitwerfen und viele mehr wurden vorgestellt, die von den SeminarteilnehmerInnen auch prompt ausprobiert werden durften. Zentrales Anliegen eines Wintersporttag ist es, die Bewegungsfreude an der frischen Luft zu wecken und zu fördern.